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Marktbeobachtung im Güterverkehr - Teil II -

Hier nun der zweite und letzte Teil der Marktbeobachtung von BAG und BMVI:

Anforderungsprofil und Digitalisierung

- Anforderungsprofil hat sich in jüngster Vergangenheit zunehmend verändert

- Soziale- und Medienkompetenz sind in den Vordergrund getreten, Ortskenntnisse und technisches Geschick in den Hintergrund

- es wird ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, Berufserfahrung und Stressresistenz erwartet und   Thema Ladungssicherheit hat hohe Priorität

- Verständnisse der Prozesse, kooperatives Handeln und freundliches Auftreten hoher Stellenwert

- Fremdsprachenkenntnisse nicht so wichtig, aber sichere Deutschkenntnisse bei Einstellung

- Fortschreitende Digitalisierung und Einführung von IT-Systemen hat für Veränderungen im Arbeitsprofil gesorgt: es muss u.a. der Umgang mit On-Board Technologien erlernt werden

- 80% der befragten Unternehmen verwenden Navigations- und Routenplanungssoftware bzw. Telematik-Systeme

- 70% der Fahrer benutzten firmeneigene Smartphones oder Tablets

- Zusätzlich werden auch Fahrerassistenzsysteme installiert, die zur Sicherheit im Straßenverkehr dienen.

KoKontrollen und Verstöße

- lückenlose Aufzeichnung der Einhaltung bzw. Verstöße gegen die gesetzlichen Vorschriften hat auch die Arbeitsbedingungen der Fahrer verändert

- 2015 sind 177.642 in- und ausländische Fahrzeuge kontrolliert worden; davon sind ca. 19% (1,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr) beanstandet worden

- Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten haben seit 2011 abgenommen, Verstöße wie z.B. fehlende bzw. fehlerhafte Eingaben durch den Fahrer und fehlende Fahrerkarte oder „nicht ordnungsgemäßes Funktionieren des Krontrollgerätes“ sind deutlich angestiegen.

Fahrerschulungen zum digitalen Kontrollgerät

- Eine EU-Verordnung verpflichtet seit März 2016 Unternehmer zu nachweisbaren Fahrerschulungen  bezüglich des korrekten Umgangs mit den digitalen Kontrollgeräten. Oft wird in der Praxis versucht, den digitalen Tachographen zu manipulieren, was das Bundesamt aufgrund schwerpunktmäßiger Kontrollen auch feststellen konnte. Teilweise lagen die Manipulationen auf einem hohen technischen Niveau.

Unfallzahlen

-  Die Unfallzahlen unter Beteiligung von Güterkraftfahrzeugen sind rückläufig

-  Als Hauptverursacher von Unfällen mit Personenschaden haben Fahrer von Güterkraftfahrzeugen in 6,3% der Fälle gegolten. Die Zahl der Verunglückten bei Unfällen mit Personenschaden unter Beteiligung von Güterkraftfahrzeugen ist im Jahr 2015 relativ konstant geblieben

- um 3,7% ist die Zahl der Toten  bei Unfällen mit Beteiligung von Güterkraftfahrzeugen gestiegen

- 32.500 Fahrer von Güterkraftfahrzeugen waren an Unfällen mit Personenschaden in 2015 beteiligt gewesen.

Entgeltentwicklung

- Die tarifliche Vergütung hat sich von 2014 bis 2016 positiv entwickelt

- Der Anstieg der Lohnsätze war durchschnittlich höher als die Anstiege der Verbraucherpreise, somit ist eine Lohnsteigerung zu verzeichnen.

- viele Unternehmen haben Prämiensysteme eingeführt, um das Grundgehalt erfolgsabhängig zu ergänzen.

Qualifikation

- 81% der Auszubildenden haben die Abschlussprüfung bestanden

- 83% der Auszubildenden haben die beschleunigte Grundqualifikation  (+2,2% zum Vorjahr)

- 97% der Auszubildenden haben die Grundqualifikation

- da die Zahl der beschleunigten Grundqualifikation zugenommen hat, wird dieser Ausbildung eine größere Bedeutung beigemessen, als der klassischen Ausbildung.

-  Vorteile der Grundqualifikation sind die kurze Dauer und die Fahrer stehen dem Arbeitsmarkt schneller zur Verfügung.

- 3,5 % der geschlossenen Ausbildungsverträge sind von weiblichen Auszubildenden unterschrieben worden die Bestehensquote ist nahezu gleich zum Vorjahr; aber rund 10%-punkte niedriger als der bundesweite Durchschnitt über alle Ausbildungsberufe von 90,4 %.

 

NO  / 20.12.2016

Quelle: BGL, Rundschreiben vom 02.11.2016, Nr. E_2016_0297